Illustration einer Fotografin mit Kamera und einem freundlichen Roboter in einer Naturlandschaft
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Fotografieren in Zeiten von KI: Lohnt es sich noch, fotografieren zu lernen?

KI wird immer besser. Nach dem Launch von ChatGPT Images 2.0 ist auch bei der Bilderstellung immer mehr möglich. Die generierten Bilder schauen sehr realistisch aus. Ich hab ein bisschen mit ChatGPT gespielt und war ehrlich gesagt beeindruckt.

Da hab ich mich gefragt: Wieviel Zukunft hat Fotografieren noch? Warum fotografiere ich überhaupt? Warten auf das richtige Licht, darauf, dass die Katze herschaut, auf den perfekten Moment.

Lohnt es sich überhaupt noch, fotografieren zu lernen, wenn ich mir die Bilder einfach von der KI generieren lassen kann?

Ich hab nachgedacht. Und ein paar Dinge ausprobiert.

Bilderstellung mit KI: Was kann KI und was kann sie nicht?

KI kann nach deinen Vorgaben traumhafte Bilder generieren. Du gibst ihr ein Handyfoto deiner Katze und sie verwandelt das nicht so gute Foto in ein traumhaftes, fotorealistisches Porträt oder auch in ein Aquarell. Was auch immer du gerne hättest.

Katze liegt auf Decke
Das Bild hab ich der KI mitgegeben.

Sie generiert Bilder von dir und Orten, an denen du noch gar nicht warst. Sie erschafft fantastische Landschaften, die es so nie gegeben hat. Und sie macht das in Sekunden. Es kommt nur auf den richtigen Prompt an (und der will gelernt sein).

Ich könnte mir also zum Beispiel ein Bild von mir in Lissabon generieren lassen, auf einem Miradouro, goldenes Licht, perfekte Stimmung. Ohne je dort gewesen zu sein.

Das alles ist aber irgendwie nur eine nette Spielerei. Denn die KI war ja gar nicht dabei. Und du vielleicht auch gar nicht.

Diese Bilder haben keine Geschichte. Kein Licht, das du selbst gesehen hast. Keine Katze, die ausnahmsweise stillgehalten hat. Sie sehen vielleicht perfekt aus, aber sie sind irgendwie leer.

So perfekt sind sie auch nicht. Ich habe ChatGPT ein Bild vom Westminster Bridge Arch mit Blick auf Big Ben generieren lassen. Das Bild schaut realistisch aus. Tolles Licht. Jetzt kommt das Aber: So schaut es dort nicht aus. Und die Sonne geht nicht hinter Big Ben auf.

Das hab ich in den Chat geschrieben. Schon wurde ein neues Bild generiert. Aber auch das zeigt nicht, wie es dort ausschaut. Da ist Big Ben und die Westminster Bridge, aber der Rest dazu ist erfunden.

Westminster Bridge Arch
So schaut der Westminster Bridge Arch wirklich aus.

Und das gilt nicht nur für Orte. Bei Fotos von mir kann ChatGPT mich auch nicht so ganz überzeugen. Auf den ersten schnellen Blick hab ich mir gedacht: „Schaut recht gut aus.“ Beim genaueren Hinsehen ist dann hier und dort eine Kleinigkeit und irgendwie bin das nicht ich.

Was deine Fotos haben, was KI-Bilder nicht haben

Deine Fotos sind Momente, die du wirklich erlebt hast. Du warst dabei, als das Licht genau so gefallen ist. Du hast gewartet, bis deine Katze endlich in die Kamera geschaut hat. Du hast die Gasse entdeckt, die kein Reiseführer kennt. Du hast das echte Lächeln einer geliebten Person eingefangen, das du nicht planen kannst.

Diese Bilder sind Erinnerungen für die Ewigkeit. Sie zeigen, wie du die Welt siehst. Deine Perspektive, dein Licht, deine Momente. Das ist etwas, das kein Algorithmus nachmachen kann.

Das Foto von ist Yoshi im High Key-Fotokurs entstanden: Technik lernen, richtiges Licht und Warten, dass Yoshi sich richtig platziert (einfach formuliert).

Mein Finalbild vom High-Key-Fotokurs: Yoshi
Yoshi: Ein Stolz-Bild

Fotografieren als Hobby: Mehr als nur ein schönes Bild

Du fotografierst ja nicht, weil du ein Foto von etwas Bestimmtem besitzen willst. Du möchtest den Moment des Fotografierens genießen.

Das Warten (okay, das genieße ich eher nicht), das bewusste Hinschauen: Du siehst plötzlich Licht, Schatten, Details, die andere einfach übersehen. Die Wahl der Perspektive, wie du ein Bild aufbaust und es bearbeitest. Und wenn du etwas Neues gelernt oder entdeckt hast.

Oder wenn ein Foto genau so geworden ist, wie du es dir vorgestellt hast. Oder auch mal gar nicht, aber du weißt jetzt genau warum. Und irgendwann merkst du, dass du heute ein Bild hinbekommen hast, das dir vor einem Jahr noch nicht gelungen wäre. Das ist ein schönes Gefühl.

Fotografieren entschleunigt. Es schärft die Wahrnehmung. Und es ist kreativ: Du entscheidest, was du zeigst, wie du es zeigst, welche Geschichte du erzählst. Das ist dein Ausdruck, nicht der eines Algorithmus.

Warum ich fotografiere, hab ich übrigens in einem eigenen Artikel aufgeschrieben: 7 Gründe, warum ich fotografiere

Das Grüne Heupferd habe ich im Wildlife-Fotokurs fotografiert. Technik lernen, viel Warten, Geduld, Experimentieren, der richtige Moment und ganz viel Spaß.

Grünes Heupferd schaut direkt in die Kamera
Auch das Bild vom Grünem Heupferd ist ein Stolz-Bild.

Wo kann KI dir als Hobbyfotografin helfen?

KI kann dir helfen, neue Ideen zu finden, Fotospots zu entdecken oder dich inspirieren, welche Motive du als nächstes ausprobieren könntest.

Aber KI hilft nicht nur bei der Planung, sondern auch bei der Bearbeitung. KI steckt schon längst in vielen Programmen, die ich selbst verwende.

Ich nutze Affinity Studio für die Bildbearbeitung. Das Restaurieren-Werkzeug entfernt störende Elemente aus dem Bild, funktioniert aber leider nicht immer perfekt. PureRAW entrauscht meine Fotos per KI, besonders bei hohen ISO-Werten. Und mit Topaz Sharpen AI hole ich beim Schärfen noch erstaunlich viel heraus.

Kurz gesagt: KI kann dir als Hobbyfotografin das Leben leichter machen. Aber die Kamera in die Hand nehmen, rausgehen und den Moment einfangen, das Fotografieren selbst, das willst du dir doch nicht wegnehmen lassen.

Lohnt es sich also noch, fotografieren zu lernen?

Ja, mehr denn je, würde ich sagen.

Ich bin froh, dass ich fotografieren gelernt habe. Nicht weil meine Bilder perfekt sind, sondern weil sie meins sind. Sie erzählen Geschichten, die kein Algorithmus kennt. Von Momenten, die ich selbst erlebt habe.

KI wird weiter besser werden. Aber sie wird nie die Kamera in die Hand nehmen, rausgehen und die Welt mit deinen Augen sehen. Das kannst nur du.

Also: Kamera an. Welten entdecken.

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