Durchblick durch zwei Torbögen eines Wiener Durchhauses, im Hintergrund eine Lichtspur
·

Auf geheimen Pfaden in Wien unterwegs

Wien hat so viele versteckte Ecken, an denen man einfach vorbeigeht, ohne sie je zu bemerken: Durchhäuser, kleine Innenhöfe, schmale Gassln. Für alle, die auch gerne diese geheimen und verborgenen Pfade und Ecken in Wien entdecken möchten, kann ich dieses Buch empfehlen:

Geheime Pfade – Durchhäuser, Hinterhöfe und versteckte Gassln in Wien von Gabriele Hasmann (Text) und Charlotte Schwarz (Foto)

Geheime Pfade - Durchhäuser, Hinterhöfe und versteckte Gassln in Wien von Gabriele Hasmann (Text) und Charlotte Schwarz (Foto)

Um was geht’s im Buch?

Das Buch führt dich zu genau diesen Orten in den Wiener Innenbezirken. Manche kennen die Wiener längst, andere waren selbst für mich komplett neu.

Durchhäuser sind Gebäude, die zwischen zwei parallel verlaufenden Straßen liegen, eine echte Wiener Eigenheit. Entstanden sind sie Anfang des 19. Jahrhunderts, ursprünglich nur für die Bewohner gedacht, damit sie schneller von einer Straße zur anderen kommen. Heute darf jeder durch. Viele nutzt du wahrscheinlich schon als Abkürzung, ohne es zu wissen. Manche Innenhöfe sind richtige Grünoasen, in anderen haben sich kleine Kaffeehäuser, Handwerksbetriebe oder Geschäfte eingenistet. Bei manchen ist der Andrang anscheinend zu groß geworden, sodass heute nur mehr Anrainer durch dürfen, wie bei einem Teil des Deutschordenshauses.

Die Autorin beschreibt auch kleine, verwinkelte Gassln, die es schon im Mittelalter gab. Dazu jede Menge Legenden und witzige Anekdoten, und sie erklärt, woher manche Redensarten kommen, die wir heute noch verwenden. Zum Beispiel „Das kommt mir spanisch vor“ oder „Schlitzohr“.

Der Innenhof vom Deutschordenshaus
Der Innenhof vom Deutschordenshaus

Was mich überrascht hat

Bevor ich das Buch gelesen habe, kannte ich die meisten dieser Durchhäuser und Innenhöfe gar nicht. Das hat mich richtig überrascht: Mitten in Wien, wo du denkst, du kennst dich aus, gibt es diese versteckten Welten. Auch als Wienerin gehst du meistens nur auf den großen Straßen und eher selten durch kleine Gassen.

Besonders gefallen hat mir der Fähnrichshof. Auf meiner Tour durch den 1. Bezirk bin ich dort vorbeigekommen: Da wohnen wirklich Leute. Kein Museum, kein Schauobjekt, ganz normale Wohnungen mitten in diesem historischen Innenhof.

Pawlatschen im Fähnrichshof in Wien, offene Umlaufgänge mit Pflanzen an einem historischen Innenhof
Die Pawlatschen im Fähnrichshof, mit den offenen Umlaufgängen, über die man die Wohnungen erreicht.

Was ich vorher auch nicht bewusst wahrgenommen habe, sind die Pawlatschen. Das sind die offenen Umlaufgänge an den Innenhöfen, über die man die einzelnen Wohnungen erreicht. Du siehst sie an vielen Altbauten in Wien, wenn du einmal weißt, wonach du schaust.

Die Fotos im Buch zeigen idyllische und interessante Fleckchen in Wien und machen Lust darauf, selbst auf Fototour zu gehen. Genau das hat bei mir funktioniert. Ich war auch schon ein paar Mal auf Entdeckungstour.

Mitten im 1. Bezirk: ein begrünter Innenhof mit Sitzecke im Deutschordenshaus. (2022)

Für wen lohnt sich das Buch?

Das Buch ist nicht nur für Fotografen interessant, sondern auch für alle, die Wien gerne abseits der Touristenmassen erkunden und mehr über historische Hintergründe wissen möchten.

Ich habe mir schon eine Route durch die Durchhäuser und Gassln erstellt, wo ich überall fotografieren möchte. Die Route steht schon auf meiner Bucket List, und teilweise bin ich sie auch schon abgegangen.

Infos zum Buch

📖 Erschienen am 11.09.2019 im Falter Verlag
📄 248 Seiten
📕 Gebundene Ausgabe

Mittlerweile ist aus diesem einen Buch eine ganze Reihe geworden. Alle Teile findest du gesammelt in meinem Artikel Geschenkideen: 6 Bücher für Wien-Liebhaber.

Viel Spaß beim Entdecken!

Gefällt dir dieser Artikel? Dann teile ihn!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert