Zu Jahresbeginn will ich immer perfekt vorbereitet sein: neue Ideen, neue Technik, neue Projekte. Dabei hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass weniger oft genau das Richtige ist. Weniger planen, weniger vergleichen, weniger Bilder, dafür mehr Freude.
2025 war ein Jahr mit weniger Kamera und viel Alltag. 2026 will ich wieder mehr fotografieren, aber ohne Druck. Ich möchte es locker angehen, neugierig sein und mit Freude an den kleinen Dingen.
Vielleicht geht es dir grad ähnlich: Anfang Jänner warst du noch voll motiviert mit Vorsätzen und Plänen, 2026 endlich mehr zu fotografieren. Inzwischen ist der Alltag zurück, die Motivation sinkt und dein Vorsatz liegt irgendwo zwischen „vielleicht später“ und „nächstes Jahr“. Damit bist du nicht allein. Über die Hälfte aller Menschen werfen ihre guten Vorsätze schon im Jänner über Bord.
Aber weißt du was? Fotografie ist kein Sprint, bei dem du Aufgaben abhakst. Du darfst dir Zeit lassen und in deinem Tempo gehen. Du lernst immer wieder Neues dazu, du bist nie damit fertig.
Hier zeige ich dir fünf einfache Wege, wie du 2026 entspannter und mit mehr Freude fotografieren kannst. Ganz einfach fotografieren mit Leichtigkeit.
1. Fokussiere dich auf wenige Themen
Früher hatte ich ständig neue Ideen. Jede Woche wollte ich etwas anderes ausprobieren: Katzen, Architektur, Makros, Street, Natur oder auch verschiedene Fotografietechniken. Ich bin nirgends wirklich in die Tiefe gegangen und habe mich länger damit beschäftigt.
Inzwischen konzentriere ich mich lieber auf ein Thema, das mich wirklich interessiert und bleibe länger dran. Also ein Thema allein ist es nicht, aber ich halt mich an weniger Themen. Glaub mir, dass ist gar nicht so einfach, weil ich möchte noch immer auf zehn Kirtagen gleichzeitig tanzen.
Für 2026 habe ich mir Stadtporträts und Architektur vorgenommen. Ich will mich auf Formen, Linien und Stimmungen konzentrieren. Wenn ich mich so fokussiere, entdecke ich mehr. Ich sehe, wie sich Licht und Schatten verändern, wie Gebäude Geschichten erzählen. Mehr über meine Fotografie-Vorsätze 2026 erzähle ich dir in einem eigenen Blogartikel.
Mein Tipp: Such dir ein Thema, das dich wirklich reizt, und bleib eine Zeit lang dabei. Du wirst merken, dass du mit jedem Foto tiefer eintauchst und dich stetig verbesserst.

2. Weniger Fotos machen, mehr sehen
Ich komme oft mit hunderten Bildern von einem Tag nach Hause. Später merke ich, dass mir nur ein paar davon wirklich gefallen. Ich hab angefangen, bewusster zu fotografieren. Zehn Fotos vom selben Motiv? Wenn du nicht die Perspektive oder die Einstellungen oder irgendwas änderst, schauen alle gleich aus. Mit Ausnahme von Tieren oder Kindern. Wenn sie sich bewegen, machen Serienaufnahmen Sinn.
Ich nehme mir jetzt mehr Zeit für ein Motiv und sehe viel genauer hin. Es zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität deiner Fotos.
Probier’s mal aus: Geh mit dem Ziel los, nur zehn Fotos zu machen. Überleg dir jedes Motiv. Schau, wo das Licht herkommt, wie Linien wirken, welche Stimmung du einfangen willst.
Und weißt du was? Es ist auch viel einfacher, wenn du weniger Fotos hast. Dazu komm ich in Punkt 4.

3. Reduziere deine Fotoausrüstung
Ich war anfangs überzeugt, dass ich nur mit der richtigen Ausrüstung bessere Fotos machen kann. Aber das ist ein Mythos. In Fotografie-Mythen: Was ist wirklich dran? erzähle ich dir mehr darüber. Ja, du brauchst auch gute Ausrüstung, aber die alleine macht keine guten Fotos.
Ich hatte bei jeder Fototour alles an Ausrüstung dabei, das ich hatte. Am Ende hab ich doch fast immer mit demselben Objektiv fotografiert, weil ich ehrlich gesagt zu faul zum Wechseln war.
Heute geh ich manchmal nur mit meiner Kamera und einem Objektiv los. Oft pack ich noch ein zweites ein, je nachdem, was ich vorhabe. Ohne zu viele Extras. Das fühlt sich befreiend an und dein Rücken dankt es dir. Ich bewege mich mehr, ändere den Blickwinkel und bin spontaner.
Wenn du Lust auf eine kleine Challenge hast: Probier das Mini-Projekt Ein Objektiv – eine Woche. Es ist spannend, wie sehr sich die eigene Sicht verändert, wenn man sich auf ein Werkzeug beschränkt.

4. Entrümple deinen Workflow
Minimalismus endet nicht beim Fotografieren. Chaos am Rechner kostet dich auch Energie. Jetzt kommen wir dazu, warum es auch einfacher ist, wenn du schon weniger Fotos machst. Du musst dann auch nicht so viele anschauen und entscheiden, ob du sie löscht oder nicht.
Früher hatte ich unzählige Ordner am Laptop. Ich hab ewig gesucht, wo welches Bild war.
Heute halte ich meinen Workflow so einfach wie möglich. Ich verwalte meine Fotos in Adobe Bridge und bearbeite mit Affinity. Ich habe klare Strukturen nach Jahr, Monat und Thema. Und ich lösche regelmäßig Fotos.
Wenn du dich um weniger Chaos am Rechner kümmern musst, hast du mehr Zeit zum Fotografieren.
Wenn du magst, starte klein: Lösche zehn Fotos, die du sicher nicht mehr brauchst. Fang mit Fotos vom selben Motiv an und behalt nur das beste.
Wenn dich das Thema Fotochaos auch manchmal stresst, erzähle ich dir in Fotos einfach organisieren: In 5 Schritten zu deiner Fotoverwaltung und Adobe Bridge: Fotos einfach verwalten – Das Tutorial für Einsteiger, wie ich meine Fotos einfach organisiert hab.

5. Lass Pausen zu
Es gibt Wochen, da fotografiere ich gar nicht. Früher hatte ich dann sofort ein schlechtes Gewissen. Heute sind mir Pausen wichtig. Ich muss nicht dauernd mit der Kamera herumrennen.
Kreativität ist kein Dauerlauf. Inspiration kommt oft zurück, wenn ich sie nicht erzwinge, beim Spazierengehen, beim Kochen oder wenn Yoshi neben mir schnurrt. Ich genieße diese Zeiten inzwischen.
Probier’s aus: Gönn dir eine Pause und lass die Kamera eine Woche liegen. Beobachte einfach nur das Licht.
Nicht jede Woche muss ein Lieblingsfoto entstehen. Manchmal reicht es, einfach hinzusehen und das Licht wahrzunehmen. Auch damit übst du deinen fotografischen Blick.
Wenn du dazu noch einen Buch-Tipp haben möchtest, lies weiter bei Fotografie vom Leben inspiriert.

Fazit
Ich habe gelernt, dass weniger oft mehr bedeutet. Weniger Perfektion, weniger Druck, dafür mehr Zeit, mehr Freude und mehr Raum zum Entdecken.
2026 soll ein Jahr sein, in dem Fotografieren wieder leicht sein darf. Small Things. Big Magic. Vielleicht ist genau das der beste Vorsatz.
Schnapp dir deine Kamera und leg einfach los. Die kleinen Dinge warten schon.
Entdecke wöchentlich neue, spielerische Foto-Übungen und das ganz ohne Technikstress!
Melde dich an, schärfe dein Auge und entwickle deinen eigenen Fotostil. Werde kreativ und hab Spaß – deine Kamera wartet schon!

