Tower Bridge: Fototipps für deine London-Reise
Am Südufer der Themse steht an diesem Abend schon eine ganze Reihe Leute mit Blick Richtung Tower Bridge. Manche warten einfach, andere machen Selfies, alle mit demselben Ziel: den Sonnenuntergang an einem der bekanntesten Wahrzeichen Londons zu sehen, der Tower Bridge.
Ich war auch dabei. Und das Warten zahlt sich tatsächlich aus. Die viktorianischen Türme leuchten golden in der Abendsonne.
In diesem Artikel nehm ich dich mit an meine liebsten Fotospots rund um die Brücke, erzähl dir, wo ich mich mit meiner Perspektive komplett vertan hab (Stichwort London Bridge), und geb dir alle Fototipps, die ich bei drei Besuchen gesammelt hab. Los geht’s!
Was macht die Tower Bridge so besonders?
Die Tower Bridge ist eine Kombination aus Klapp- und Hängebrücke, mitten im Zentrum Londons über der Themse. Seit ihrer Eröffnung 1894 zählt sie zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele viktorianischer Ingenieurskunst. Die beiden Türme im neugotischen Stil sind durch die charakteristischen High-Level-Walkways verbunden und prägen die Skyline Londons bis heute.
Heute ist sie beides zugleich: Eine ganz normale Verkehrsverbindung, über die täglich Autos und Fußgänger rollen, und eine der meistfotografierten Touristenattraktionen der Stadt, mit begehbaren Glasböden und einer Ausstellung in den historischen Maschinenräumen.

Wie entstand die Tower Bridge und warum ist sie so bekannt?
Gebaut wurde die Brücke zwischen 1886 und 1894, nach Plänen von Architekt Sir Horace Jones und Ingenieur Sir John Wolfe Barry. Der Grund für den Bau war ziemlich pragmatisch: Die East End sollte besser mit dem Südufer verbunden werden, ohne dass der Schiffsverkehr auf der Themse darunter leidet. Die Lösung war eine Klappbrücke: Beide Fahrbahnhälften lassen sich hochklappen, sobald ein größeres Schiff durch muss.
Ursprünglich trieben Dampfmaschinen die Hydraulik an, mit der die Klappflügel innerhalb weniger Minuten hochgingen. Seit 1976 läuft der Betrieb elektrisch. Die markanten Steintürme im neugotischen Stil sind übrigens reine Fassade, dahinter steckt ein stählernes Tragwerk, das die Ingenieursleistung der viktorianischen Zeit unter einer historisch anmutenden Hülle versteckt. Genau diese Mischung aus Funktionalität und Prunk hat die Tower Bridge zu einem der meistfotografierten Bauwerke der Welt gemacht.

Wo findest du die schönsten Fotospots an der Tower Bridge?
Der beste Spot ist der Uferpfad am Südufer, kurz vor der Brücke. Von dort hast du die klassische Frontalansicht mit beiden Türmen und genug Abstand, dass die ganze Brücke ins Bild passt. Dort habe ich das Titelbild aufgenommen. Wenn du schon da bist, eignet sich als Fotomotiv nicht nur die Tower Bridge. Je nachdem an welchem Ufer du stehst, hast du auch einen tollen Blick auf die Skyline und den Tower of London am Nordufer oder auf The Shard am Südufer.


Ich hatte mir am zweiten Abend überlegt, die Tower Bridge zum Sonnenuntergang von der London Bridge aus zu fotografieren. Ich bin auf der Nordseite der London Bridge gestanden und habe festgestellt, dass da die Sonne hinter Gebäuden ist und die Tower Bridge nicht so schön anstrahlt wie auf der Südseite. Genau dort liegt die HMS Belfast im Weg. An die hatte ich nicht gedacht. Also bin ich, wie schon am Abend davor, am Südufer entlang Richtung Tower Bridge gegangen.



Wenn du danach noch weitergehst am Südufer, lohnt sich ein Abstecher zu den Horsleydown Old Stairs in Shad Thames, direkt hinter der Brücke. In einem Hauseingang führen Treppen hinauf und dann wieder hinunter. Ich hätte sie fast übersehen. Die alten Wassertreppen führen bei Ebbe runter zum Themse-Ufer und bieten einen Blickwinkel, den du von oben nicht bekommst. Auch vom Tower of London aus, am anderen Ufer, hast du einen schönen Blick auf die Brücke.

Schöne Fotos kannst du auch auf der Tower Bridge machen.

Wie gelingen dir die schönsten Fotos an der Tower Bridge?
Das richtige Licht
- Zur goldenen Stunde, kurz vor Sonnenuntergang, taucht das Mauerwerk der Türme in einen honigfarbenen Ton. Vom Uferpfad aus, mit der Frontalansicht, ist das besonders schön.
- Die blaue Stunde, etwa 20 bis 40 Minuten nach Sonnenuntergang, liefert oft die stärkeren Bilder. Die Türme leuchten dann schon warm, der Himmel ist noch dunkelblau statt schwarz, dieser Kontrast macht das Foto.
- Ein dramatischer Himmel wertet fast jedes Architekturmotiv auf. Ziehende Wolken oder eine Lichtlücke sehen komplett anders aus als stahlblauer Himmel und ehrlich gesagt auch spannender. Wolkenlos ist an sich schön fürs Wetter, fürs Foto eher fad.
- Die Glasfassade des Shard spiegelt je nach Sonnenstand Wolken, Licht oder Nachbargebäude, mal orange, mal komplett anders. Lohnt sich, kurz stehen zu bleiben und zu schauen, was sich gerade drin abzeichnet.


Perspektive und Bildaufbau
- Nutz die führenden Linien der Brücke: Geländer, Fahrbahnmarkierungen, Gehwege, die Hängeseile. Sie ziehen den Blick automatisch zu den Türmen.
- Die Frontalansicht vom Uferpfad ist der Klassiker, symmetrisch und ruhig. Gehst du stattdessen direkt auf die Brücke und fotografierst einen Turm von unten mit Weitwinkel, kippt die Perspektive schön, vor allem zur blauen Stunde mit beleuchteten Fenstern.
- Fotografiere unter der Stahlkonstruktion hindurch auf den Shard oder die Skyline. Die Brücke muss dafür gar nicht komplett im Bild sein, du erkennst sie trotzdem sofort.

- Geh nah ans Wasser, bis sich die Brückenpfeiler spiegeln. Aus der reinen Architekturaufnahme wird so ein Stimmungsbild.
- Von der London Bridge aus lohnt sich ein Blick von der Seite, mit einem Boot im Vordergrund, etwa der HMS Belfast. Das gibt dem Bild einen Anker, statt die Brücke isoliert in die Mitte zu stellen. Die HMS Belfast sollte halt nicht die Brücke verdecken.
- Schon ein paar Meter zur Seite verändern das Bild. Lauf ruhig beide Ufer ab und geh auch auf die Brücke selbst, oft verschwindet dabei ein störendes Element, das dich vorher genervt hat.
Praktisches vor Ort
- Es ist viel los. Für eine Langzeitbelichtung, die das Wasser glättet oder Lichtspuren vom Verkehr einfängt, brauchst du Geduld und ein Stativ. Mit Stativ fotografieren ist bei vielen Leuten nicht so einfach.
Welche Fotoausrüstung eignet sich für die Tower Bridge?
Ein Weitwinkel-Objektiv ist hier fast Pflicht, damit die Türme und die Konstruktion komplett ins Bild passen. Ein Pol-Filter hilft gegen Reflexionen auf dem Wasser und in den Glasflächen. Für Langzeitbelichtungen brauchst du zusätzlich ein Stativ und untertags auch einen ND-Filter.
Welche Fotoausrüstung habe ich an der Tower Bridge verwendet?
Ich hatte mein Weitwinkel-Objektiv mit 10 bis 22 mm für die Frontalansichten und die Aufnahmen unter der Brückenkonstruktion und für mehr Brennweite mein Kit-Objektiv mit 18 bis 135 mm dabei. Dazu einen Pol-Filter.
Wann war ich an der Tower Bridge?
Ich war im April 2026 gleich dreimal dort: zweimal abends, zur goldenen und blauen Stunde, und einmal tagsüber.
Wie kommst du zur Tower Bridge?
Die Tower Bridge liegt im Zentrum Londons, direkt über der Themse. Die nächstgelegene U-Bahn-Station ist Tower Hill (District und Circle Line), von dort sind es nur wenige Gehminuten. Alternativ kommst du auch über London Bridge Station, dann läufst du am Südufer entlang bis zur Brücke.

Wann ist die Tower Bridge geöffnet und kostet der Eintritt etwas?
Die Fahrbahn und die Gehwege sind rund um die Uhr frei zugänglich, du kannst die Brücke also jederzeit überqueren und von dort fotografieren. Du kannst die Tower Bridge Exhibition mit den Glasböden und den historischen Maschinenräumen besuchen. Check die Öffnungszeiten und Preise auf der offiziellen Website.
Was solltest du über die Tower Bridge wissen?
- Die Brücke öffnet sich auch heute noch regelmäßig für den Schiffsverkehr, im Schnitt mehrere hundert Mal im Jahr. Wann genau ein Brückenhub ansteht, findest du auf der offiziellen Website, falls du das Spektakel live sehen willst oder eher meiden möchtest, weil dann kurzzeitig kein Verkehr über die Brücke rollt.
- Rechne damit, dass es an der Brücke selten wirklich leer ist. Egal zu welcher Tageszeit ich dort war, es waren immer Leute unterwegs.
- Die Gehwege auf der Brücke sind schmal. Bei viel Betrieb, Touristen, Pendler, Verkehr, brauchst du etwas Geduld, wenn du dort mit Kamera und Stativ arbeiten willst.
- Für die Exhibition mit Glasboden brauchst du ein Ticket, die Fahrbahn und Gehwege selbst sind aber immer kostenlos zugänglich.

Warum lohnt sich ein Besuch an der Tower Bridge?
Weil sie eine dieser Sehenswürdigkeiten ist, die trotz tausendfach gesehener Postkartenmotive live noch mal viel eindrucksvoller ist, vor allem wenn du dir Zeit für das richtige Licht nimmst. Zwischen goldener und blauer Stunde, dem Blick von der Seite mit einem Schiff im Vordergrund und dem ungewöhnlichen Winkel von den Horsleydown Old Stairs aus findest du an der Tower Bridge mehr Perspektiven, als ein einziger Besuch hergibt.

Kurzinfo Tower Bridge
📍 Adresse: Tower Bridge Rd, London SE1 2UP
🕒 Öffnungszeiten: Fahrbahn und Gehwege 24/7 frei zugänglich, Exhibition 9:30–18:00 Uhr
🚇 Anreise: U-Bahn Tower Hill (District/Circle Line) oder London Bridge Station, dann zu Fuß am Südufer entlang
🍂 Beste Zeit: Goldene und blaue Stunde, kurz vor bis nach Sonnenuntergang
🏛️ Besonderheit: Kombinierte Klapp- und Hängebrücke, öffnet sich noch heute regelmäßig für Schiffe
Kurz zusammengefasst
- Die Tower Bridge in London ist eine kombinierte Klapp- und Hängebrücke, eröffnet 1894.
- Gebaut zwischen 1886 und 1894, seit 1976 elektrischer Betrieb.
- Der beste Fotospot ist der Uferpfad am Südufer mit freier Frontalansicht.
- Goldene Stunde taucht die Türme in warmes Licht.
- Die Horsleydown Old Stairs bei Shad Thames bieten einen ungewöhnlichen, tiefer gelegenen Blickwinkel.
- Die Brücke öffnet sich im Schnitt mehrere hundert Mal im Jahr für den Schiffsverkehr.
Häufig gestellte Fragen zur Tower Bridge
Komm mit auf meine Reise nach London im April 2026!
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