Katzen fotografieren: Der Bildaufbau

Katzen fotografieren Bildaufbau

Du weißt jetzt schon, welche Einstellungen du auf deiner Kamera vornimmst und wie du das Setting am besten gestaltest. Du hast die Blogposts verpasst? Mehr über die Kamera-Einstellungen und das Setting. Heute dreht sich alles um den Bildaufbau. Wir schauen, wie du dein Bild schön und harmonisch gestalten kannst und was du dabei beachten solltest.

1. Die Drittelregel

Die Drittelregel ist wohl die bekannteste Regel der Bildgestaltung. Falls du sie noch nicht kennst: Dabei wird das Bild mit zwei horizontalen und zwei vertikalen Linien in 9 Felder unterteilt. Platziere dein Motiv, also deine Katze, auf einem Schnittpunkt oder auf einer der Drittelachsen. Dadurch, dass du dein Hauptmotiv auf einem Schnittpunkt oder entlang einer der Linien positionierst, wird dein Bild viel spannender und harmonischer und dein Motiv zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Du kannst zum Beispiel die Augen deiner Katze auf einem der Schnittpunkte platzieren.
Platzierst du deine Katze in der Mitte des Fotos, wirkt das fürs Auge gewöhnlich, ruhig und langweilig. Wenn du die Katze auf eine Drittellinie setzt, wird das Foto sofort interessanter.

Bildaufbau: Die Drittelregel
Hier sitzt ein Schnittpunkt auf der Nase der Katze. Nach oben und unten und auch nach rechts ist noch etwas Platz.

Schaut deine Katze auf dem Foto nicht direkt in die Kamera, sondern auf eine Seite, lass in die Blickrichtung der Katze mehr Platz. Also wenn die Katze von dir aus nach rechts schaut, platziere sie auf der linken Drittelachse und lass auf der rechten Seite der Katze in ihre Blickrichtung Platz.

Felix im Garten
Hier ist Platz in die Blickrichtung von Felix.

Die meisten Kameras und auch Handys verfügen über die Option „Gitterlinien“, mit der man den Raster am Display anzeigen kann.

Geht’s mal zu schnell und mit der Drittelregel ist es nichts geworden, kannst du das Bild noch im Nachhinein zuschneiden.

2. Gerader Horizont

Achte auf einen geraden Horizont! Den Horizont wirst du auf deinen Katzenfotos eher selten haben, damit meine ich, dass du auf gerade Linien im Foto achten solltest. Ein schiefer Kratzbaum oder schiefe Bilder und Fenster im Hintergrund stören die Harmonie des Bildes. Dabei helfen dir auch die Gitterlinien, die du für die Drittelregel verwendest.

Snoopy in seinem Bett
Hier ist die Heizung komplett schief, was störend wirkt. Der Hintergrund ist im Allgemeinen mit der Heizung nicht sehr schön gewählt, aber wenn Snoopy gerade süß schaut …

3. Die Perspektive – Aus welcher Perspektive fotografierst du deine Katze am besten?

Begib dich auf die Augenhöhe deiner Katze! Ja, das kann heißen, dass du auch mal am Boden liegst oder sehr nahe am Boden bist. Sehr groß sind Katzen nicht. Aus dieser Perspektive wirken die Tiere majestätisch. Empfehlenswert sind dazu Kameras mit einem ausklappbarem Display.

Susi beim Chillen
Bei diesem Foto lag die Kamera fast am Boden, um Susi auf Augenhöhe aufs Bild zu bekommen.

Du kannst deine Katze auch mal aus der Froschperspektive fotografieren. Dazu fotografierst du von unten nach oben. Das gelingt, wenn deine Katze am Kratzbaum liegt oder auf einem Baum sitzt sehr einfach. Witzige Fotos kannst du machen, wenn du einen Glastisch besitzt. Liegt die Katze darauf, kannst du Fotos unterm Glastisch nach oben machen. Vorausgesetzt deiner Katze ist es erlaubt, auf den Tisch zu gehen, aber meistens erlauben sich das die Katzen selbst.
Sitzt die Katze auf dem Boden, wird diese Perspektive schwieriger, wirkt aber auch sehr interessant, weil die Katze verglichen mit dem Hintergrund größer erscheint.

Aus der Vogelperspektive wirken die Fotos oft nicht so gut. Dabei fotografierst du von oben nach unten. Auf Bildern aus dieser Perspektive wirkt die Katze eher unterwürfig und unterlegen, was dem Betrachter eher eine negative Emotion vermittelt.
Aber auch aus dieser Perspektive kannst du interessante Fotos machen. Kätzchen wirken noch kleiner und niedlicher. Probier es ganz einfach aus!

Katze eingerahmt von Blättern
Diese Streunerkatze habe ich von oben fotografiert. Sie hat sich zwischen Blättern versteckt. In diesem Fall unterstreicht die Perspektive den süßen Blick. Außerdem wird ihr Gesicht von Blättern eingerahmt. Den Tipp habe ich dir schon letzte Woche beim Setting gegeben.

4. Der Blick in die Kamera

Lass die Katze direkt in die Kamera schauen! Katzen neigen dazu, den Kopf zu drehen, sobald die Kamera richtig eingestellt und der Finger am Auslöser ist. Der direkte Blick in die Kamera wirkt am Foto aber am schönsten.

Dafür kannst du dir ihren Spieltrieb nützen oder mit Leckerlis arbeiten, wenn deine Katze mit Futter zu begeistern ist. Chucky interessiert sich meistens gar nicht für Leckerli und ist damit nicht zu locken.

Du kannst auch lustige Geräusche machen und versuchen, damit ihren Blick zu lenken. Die Geräusche finden oft nur die Menschen lustig und sie nutzen sich meistens leider sehr schnell ab.

Chucky im Garten
Chucky hat wieder mal keine Lust in die Kamera zu schauen.

5. Licht und Schatten

Achte auf Schattenwürfe! Hier kannst du nur die Augen offen halten und den Schatten deiner Katze oder von Gegenständen beobachten.

Du kannst auch mit Licht und Schatten spielen, wenn du zum Beispiel die Jalousie herunter und ein bisschen offen lässt und sie Streifen auf die Katze wirft. Du kannst auch mal die Katze nur von einer Seite beleuchten und bewusst mit dem Schatten auf der anderen Seite spielen.

6. Der Bildausschnitt

Hochformat oder Querformat? Probiere verschiedene Formate aus und experimentiere! Gefällt dir der Bildausschnitt nicht, kannst du im Nachhinein das Bild noch immer zuschneiden und herumprobieren, wie es besser ausschaut.

Willst du deine Katze komplett am Foto haben, achte darauf rund um die Katze etwas Platz zu lassen! Es schaut nicht so schön aus, wenn die Katze zum Beispiel direkt am unteren Bildrand sitzt.

7. Fotografiere Details!

Meistens fotografierst du deine Katze so, dass sie ganz am Bild zu sehen ist. Mit verschiedenen Bildausschnitten kannst du den Blick auf Details lenken, die sonst nur sehr klein am Foto zu sehen sind. 

Mach eine Nahaufnahme der Pfote, des Auges oder der Nase deines Haustieres. Oder hat deine Katze vielleicht eine interessante Zeichnung, die du in den Mittelpunkt stellen willst. Probiere mal und fotografiere nur das Gesicht der Katze. Irgendwie will man bei Porträts auch immer die Ohren mit aufs Bild kriegen, das Foto kann aber auch ohne Ohren schön sein. Hier kannst du mit verschiedenen Motiven experimentieren.

Fotos von Details eigenen sich auch sehr gut, wenn der Hintergrund zu unruhig oder störend ist.

Nahaufnahme von Chucky
Nahaufnahme von Chucky

8. Erzeuge Dynamik!

Dynamik bringst du mit Bewegungsunschärfe ins Bild, Wähle bei Action-Bildern eine etwas längere Belichtungszeit, als du normal verwenden würdest. Erzeuge nur leichte Bewegungsunschärfe wie zum Beispiel dass die Pfote der Katze beim Spielen unscharf ist, der Rest der Katze aber scharf, oder die Katze ist scharf und das Spielzeug der Katze (ein Ball, eine Maus oder eine Angel) ist unscharf. Dadurch wird dein Foto spannender.

9. Spiele mit Emotionen!

Dein Foto sollte eine Stimmung erzeugen, eine Geschichte erzählen. Das kannst du zum Beispiel mit dem Gesichtsausdruck der Katze oder auch ihrem gesträubten Fell.

Susi wartet aufs Abendessen
Die kleine Susi schaut um die Ecke, ob schon das Abendessen serviert wird.

Als Katzenbesitzer hast du eine persönliche Beziehung zu deiner Katze. Zeige, wie du mit deinem Liebling verbunden bist. Dazu musst du nicht immer ganz auf dem Foto zu sehen sein. Du oder in dem Fall eher jemand anderer kann zum Beispiel auch nur deine Hand beim Streicheln oder ihre Pfote in deiner Hand oder eure Nasen beim Bussi geben fotografieren. Diese Fotos sind besonders schöne Erinnerungen und erzählen die Geschichte eurer Liebe und Zuneigung.

10. Brich auch mal die Regeln!

Du kannst aber ganz einfach mal die Regeln brechen und ein bisschen experimentieren! Probiere Neues aus! Dabei entstehen immer wieder interessante Bilder! 

Du kannst nicht immer alle Regeln einhalten! Such dir eine oder zwei davon aus!

Der Bildaufbau kurz zusammengefasst:

  1. Verwende die Drittelregel und platziere deine Katze auf einem Schnittpunkt oder auf einer Drittelachse!
  2. Achte auf einen geraden Horizont bzw. gerade Linien in deinen Fotos!
  3. Begib dich auf Augenhöhe mit deiner Katze! Probiere auch mal die Frosch- oder Vogelperspektive aus!
  4. Lass die Katze direkt in die Kamera schauen!
  5. Achte auf Licht und Schatten!
  6. Probiere verschiedene Formate aus!
  7. Konzentrier dich auch mal auf die Details!
  8. Erzeuge Dynamik durch Bewegungsunschärfe!
  9. Spiele mit Emotionen!
  10. Brich die Regeln! Experimentiere und hab Spaß!

Nächste Woche gibt’s noch ein paar Tipps für dein Katzen-Shooting!

Hast du schon mit den Regeln experimentiert oder sie gebrochen? Wie haben dir die Bilder gefallen?

Mehr Cat Content von mir findest du auf meinem Instagram-Account The bold berry tales!

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