Katzen fotografieren: Die Kamera-Einstellungen

Katzen fotografieren Kamera-Einstellungen

Die meisten Katzenbesitzer haben tausende von Fotos von ihren Lieblingen am Handy. Aber meistens sind keine so richtig guten dabei. Wenn du dich ein bisschen mit deiner Kamera auskennst, wirst du aber schnell feststellen, dass das Fotografieren deiner Katze gar nicht so schwer ist. Auch als Hobbyfotografin kannst du ohne allzu teurem Zubehör tolle Bilder machen. In dieser Reihe zeige ich dir, wie du sofort schöne Fotos von deiner Katze machen kannst. Im ersten Teil geht’s um die Kamera-Einstellungen.

1. Die Blende

Ich empfehle dir ein Objektiv mit großer Blendenöffnung (kleine Blendenzahl). Ich verwende für meine Katzenportraits mittlerweile fast immer mein 50 mm Festbrennweiten-Objektiv von Canon. Aber auch mit einem Kit-Objektiv gelingen dir schöne Fotos.

Mit einer offenen Blende erreichst du eine sehr geringe Tiefenschärfe. Das heißt, dass deine Katze scharf ist, der Hintergrund und der Vordergrund aber unscharf. Dadurch wird der Blick noch mehr auf dein Motiv gelenkt. So kannst du auch nicht so schöne Hintergründe etwas in der Unschärfe verschwinden lassen. Die unscharfen Bildbereiche nennt man Bokeh. Was alles wichtig ist für ein schönes Bokeh, erkläre ich dir im Blogpost Was ist das Bokeh?.

Katzen fotografieren: Einstellung der Blende
Ich habe mit einer Blende von f 5.0 fotografiert. Der Hintergrund ist unscharf. Ich hätte hier eine noch größere Blende verwenden können.

2. Die Belichtungszeit

Wenn du eine sitzende oder schlafende Katze fotografierst, reicht eine Belichtungszeit von 1/100 s. Eine Katze dreht mal schnell den Kopf oder bewegt die Pfote. Weißt du schon, dass deine Katze nicht ruhig sitzen bleibt, wähle eine kürzere Belichtungszeit.

Die Belichtungszeit sollte mindestens 1/60 s sein. Bei einer längeren Belichtungszeit wird es schwierig, die Kamera ruhig zu halten. Bei größerer Brennweite sollte die Belichtungszeit dementsprechend kürzer sein. Zum Beispiel bei einer Brennweite von 150 mm sollte die Belichtungszeit mindestens 1/150 s sein.

Fotografierst du deine Katze in Bewegung, wähle eine möglichst kurze Belichtungszeit wie zum Beispiel 1/500 s oder noch kürzer. Damit kannst du die Bewegung der Katze einfrieren und die Katze wird scharf dargestellt. Fotografierst du deine Katze beim Spielen, verwende eine Belichtungszeit von 1/1000 s oder noch kürzer. Bedenke, dass du für kurze Belichtungszeiten viel Licht brauchst.

Probiere doch einmal auch eine längere Belichtungszeit aus. Das Bild wirkt viel dynamischer, wenn zum Beispiel die Pfote leicht verschwommen, der Kopf der Katze aber scharf ist. Bedenke, dass du, wenn die Belichtungszeit länger als 1/60s ist, ein Stativ benötigst.

Experimentiere ein bisschen herum, was dir am besten gefällt.

3. Die ISO

Je niedriger die ISO ist, desto besser. Mit einer höheren ISO nimmt auch das Bildrauschen zu. Stelle zuerst die Blende und die Belichtungszeit ein und am Schluss die ISO. Um die ISO möglichst niedrig zu halten, benötigst du viel Licht.

4. Die Brennweite

Ich empfehle eine Brennweite zwischen 50 und 100 mm. Wenn du dein eigenes Haustier fotografierst, kommst du ja im Normalfall nahe an deinen Liebling heran. Da kommst du gut mit deinem Kit-Objektiv aus oder du legst dir eine Festbrennweite wie schon oben beschrieben zu. Die 50 mm Festbrennweite von Canon zum Beispiel ist ein ziemlich günstiges Objektiv.

Für das Fotografieren im Garten kann auch schon mal eine größere Brennweite notwendig sein. Wenn du deine Katze von weiter weg beobachten willst und sie nicht dauernd nerven willst, verwendest du am besten ein Tele-Objektiv.
Ich verwende mein Tele-Objektiv im Garten zum Fotografieren der Streunerkatzen. Manchen kann ich näher kommen, aber die meisten mögen das nicht so gerne und suchen schnell das Weite. Mit dem Tele-Objektiv kann ich genügend Abstand halten und komme trotzdem nahe an sie heran.

Es muss ja nicht immer ein klassisches Porträt sein. Mit einem Weitwinkel-Objektiv kannst du witzige Porträts machen, da dadurch die Nasen etwas verzerrt werden.

Probiere einfach deine Objektive durch und schau, was dir am besten gefällt.

Katzen fotografieren: Die Brennweite
Mit meinem Tele-Objektiv 70 bis 300 mm kann ich die Katzen auf der Baustelle am Nachbargrundstück gut fotografieren. Mit einer Brennweite von 182 mm fotografiert.

5. Der Fokus

Fokussiere auf die Augen, so wie du es auch bei Menschen machst! Wenn du dir ein Porträt anschaust, erregen im Normalfall die Augen zuerst deine Aufmerksamkeit. Auch wenn es vielleicht nur unbewusst ist, fällt dort unser Blick als erstes hin. Darum sollten auch beim Fotografieren von Katzen die Augen scharf sein.

Wenn du deine Katze in Bewegung fotografierst, verwende den kontinuierlichen Autofokus, der auch Nachführ-Autofokus genannt wird. Die Kamera verfolgt dabei kontinuierlich deine Katze und fokussiert auf sie. Je nach Kamerahersteller nennt sich der kontinuierliche Autofokus AI Servo, AF-C oder C-AF. Wie du ihn verwendest, liest du am besten in der Bedienungsanleitung deiner Kamera nach.

6. Die Serienbild-Funktion

Katzen in Bewegung aufs Foto zu bannen, ist eine Herausforderung. Sie sind manchmal so richtig schnell. Nicht nur beim Spielen, auch wenn die Katze nur da sitzt, kann sie schnell den Kopf drehen. Nutze die Serienbild-Funktion, um nichts zu verpassen. Damit machst du gleich mehrere Fotos hintereinander und erhöhst die Chance auf tolle Treffer.

7. Der Blitz

Verwende beim Fotografieren von Katzen nicht den direkten Blitz. Das grelle Licht von vorne mögen Katzen gar nicht. Es kann die Tiere erschrecken und irritieren. Im schlimmsten Fall nehmen sie beim nächsten Mal gleich Reißaus, sobald sie die Kamera sehen. Arbeite lieber mit natürlichen Lichtquellen, Soft-Boxen oder Ringlichtern.

Die Kamera-Einstellungen kurz zusammengefasst:

  1. Fotografiere mit einer offenen Blende für geringe Tiefenschärfe!
  2. Bei einer sitzenden oder schlafenden Katze reicht eine Belichtungszeit von 1/100 s. Bei einer Katze in Bewegung je nach Schnelligkeit der Katze eine Belichtungszeit von 1/000 s oder noch kürzer verwenden.
  3. Verwende eine möglichst niedrige ISO!
  4. Verwende für Porträts eine Brennweite zwischen 50 und 100 mm. Im Freien kannst du auch ein Tele-Objektiv für mehr Abstand verwenden.
  5. Fokussiere auf die Augen! Verwende bei Katzen in Bewegung den kontinuierlichen Autofokus.
  6. Verwende die Serienbild-Funktion!
  7. Verwende niemals direktes Blitzlicht!

Nächste Woche dreht sich alles ums Setting für dein wunderschönes Katzenfoto.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mehr Cat Content von mir findest du auf meinem Instagram-Account The bold berry tales!

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