Katzen fotografieren: Das Setting

Katzen fotografieren Setting

Letzte Woche ging es um die Technik. Du hast den Blogpost verpasst? Hier geht’s zu den besten Kamera-Einstellungen für dein gelungenes Katzenfoto. Heute kümmern wir uns ums Setting, die Umgebung, in der du deinen Liebling am besten in Szene setzt. Wo fotografierst du deine Katze am besten? Wie ist das mit dem Licht? Welcher Hintergrund wirkt am schönsten? Das alles klären wir jetzt.

1. Die Location – Wo fotografierst du deine Katze am besten?

Bei Katzen ist die Wahl der Location begrenzt. Die wenigsten Katzen mögen es, zu einer Foto-Location gebracht zu werden, die sie nicht kennen. Am natürlichsten werden die Fotos, wenn du sie in der Umgebung machst, die die Katze gewohnt ist und in der sie sich wohlfühlt. Das kann indoor bei dir zu Hause sein oder auch outdoor, wenn du einen Garten hast oder deine Katze ein Freigänger ist.

Kater Lenny auf der Gartenbank

Lenny auf der Bank vorm Gartenhaus – hier fühlt er sich wohl

2. Das Licht – Welches Licht verwendest du am besten für deine Fotos?

Am schönsten werden die Fotos mit einer natürlichen Lichtquelle. Draußen hast du da an schönen Tagen keine Probleme. Wenn du indoor fotografierst, ist in der Nähe eines Fensters tagsüber meistens auch genügend Licht vorhanden.
Die Hauptlichtquelle sollte sich vor oder seitlich der Katze befinden. Fotografiere nicht gegen das Licht bzw. das Fenster.

Solltest du kein Fenster mit genügend Licht zur Verfügung haben, kannst du dir zu Hause ein kleines Foto-Studio einrichten. Verwende zusätzlich zum Fenster eine Softbox oder ein Ringlicht oder auch ganz einfach eine Schreibtischlampe. Du musst dir nicht externe Blitzlichtgeräte wie professionelle Fotografen kaufen.
Kommt das Licht seitlich vom Fenster, positionierst du die zweite Lichtquelle auf der anderen Seite deiner Katze. Deine Lichtquelle sollte warmweiß strahlen. Warmes Licht erzeugt Harmonie im Bild. Kaltweißes Licht kann die Farben verändern und die Kontraste sind härter.

Für Fotografen ist das schönste Licht in der goldenen Stunde. Das ist die Zeit nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Apps wie Sun Surveyor Lite und PhotoPills zeigen dir die genaue Uhrzeit für die goldene Stunde an. Kannst du deine Katze draußen fotografieren, probiere es mal zu dieser Zeit aus.

Schön schaut es aus, wenn in den Augen deiner Katze ein kleiner Lichtreflex vorhanden ist. Dafür sollte sie in die Richtung deiner Lichtquelle schauen. Du stehst dann seitlich neben der Lichtquelle.

Katze Molly im Abendlicht
Molly in der Abendsonne auf der Terrasse
In der goldenen Stunde ist das Licht zum Fotografieren am schönsten.

3. Der Hintergrund – Wie sollst du den Hintergrund für deine Fotos gestalten?

Der Fokus des Bildes sollte auf deiner Katze liegen. Deswegen wähle am besten einen ruhigen und neutralen Hintergrund ohne störende und ablenkende Gegenstände. Das heißt, räum vorher ein bisschen auf. Auch wenn er unscharf ist, wirkt ein unruhiger Hintergrund störend. Das Geschirr vom Frühstück oder auch andere Sachen, die herumstehen, lenken den Blick von deinem Foto-Modell ab.
Verwende auch nicht zu knallige und zu viele Farben im Hintergrund. Ein einfärbiger Hintergrund wirkt immer schöner als Muster. Muster sind zu unruhig und ziehen den Blick auf sich. Weniger ist mehr. Du willst ja, dass deine Katze im Mittelpunkt steht.

Wenn du öfter fotografierst, kannst du dir einen Fotohintergrund besorgen. Aber es gibt auch günstigere Methoden, die du immer wieder verwenden kannst:

  • Du suchst dir zu Hause eine neutrale Wand. Irgendwo findet sich sicher ein Fleck, wo keine Möbel stehen oder wo du etwas schnell wegrücken kannst. Blöderweise ist das oft nicht dort, wo das beste Licht ist. Da kannst du mit den dir zur Verfügung stehenden Lampen arbeiten.
  • Du kannst ein großes Stück Karton (du bestellst sicher auch mal was Größeres online) bemalen oder mit Folie oder Tapetenresten bekleben. Es muss nur groß genug sein, um den gesamten Hintergrund auszufüllen.
  • Nutze eine Tür oder eine Kleiderstange (die kann man auch zum Licht fahren), an der du eine einfärbige Decke (Fleece-Decken gibt’s schon um ein paar Euro und sie knittern nicht), ein Leintuch, eine TischdeckeGeschenkpapier oder Stoffreste befestigst.

Werde kreativ und schau dich mal zu Hause um. Du findest sicher noch andere Sachen, die du als Hintergrund verwenden kannst.

Wie du deinen Hintergrund unscharf werden lässt und was wichtig dafür ist, erkläre ich dir im Blogpost Was ist das Bokeh?.

4. Der Kontrast – Welcher Kontrast wirkt auf Fotos gut?

Achte auf den Kontrast zwischen deiner Katze und dem Hintergrund. Wenn deine Katze schwarz ist, sollte der Hintergrund nicht überwiegend dunkel sein. So kann sich deine Katze nicht vom Hintergrund abheben. Dasselbe gilt für rote Katzen und einem rötlichen Holz-Hintergrund oder Boden.

5. Der Vordergrund – Wie sollst du den Vordergrund auf deinen Fotos gestalten?

Um Tiefe ins Bild zu bringen, halte nach einem Vordergrund Ausschau. Das können zum Beispiel Blumen oder Blätter sein, wenn du deine Katze im Freien fotografierst. Achte aber darauf, dass deine Katze nicht durch etwas „geteilt“ wird. Einzelne Gräser oder ähnliches, die die Katze verdecken, wirken störend.

Du könntest Störendes bei der Bildbearbeitung entfernen, aber einfacher ist es, wenn du gleich beim Fotografieren darauf achtest, dass nichts im Weg ist. Leider sehe ich das wie bei diesem Bild unten auch oft erst bei der Bildbearbeitung.

6. Ein Rahmen – Wie kannst du deine Katze auf einem Foto einrahmen?

Es schaut immer schön aus, wenn das Motiv eingerahmt wird. Draußen können Blumen und Äste von Sträuchern oder Bäumen deine Katze einrahmen. Drinnen können es Zimmerpflanzen sein, wenn deine Katze am Fensterbrett sitzt, oder Polster auf der Couch. Für eine Katze kann auch ein Spieltunnel ein Rahmen sein, wenn du sie fotografierst, wenn sie auf der anderen Seite rauskommt. Oder sie steckt den Kopf aus ihrer Schlafhöhle raus.

Schau dich mal zu Hause um und lass deiner Kreativität freien Lauf. Du hast sicher noch mehr Ideen, wie du deinen Liebling einrahmen kannst.

Katze Lauserl auf einem Baum
Lauserl wird hier durch Äste und Blätter eingerahmt. Noch schöner wäre, wenn der Ast nicht direkt durchs Gesicht verlaufen würde, aber man kann nicht alles haben.

7. Die Props – Welche Props kannst du für dein Katzen-Shooting verwenden?

Props sind für Fotografen Requisiten. Für die Katzenfotografie kannst du verwenden, was du zu Hause hast.

Rück den Kratzbaum ans Fenster und stell den Lieblingsschlafplatz (wenn es ein Körbchen oder eine Höhle ist, mit deinem Bett oder der Couch wird’s schwierig) daneben. Du hast gleich besseres Licht. Außerdem wird die Veränderung deine Katze neugierig machen und sie ist sicher gleich zur Stelle, um alles zu begutachten. Du kannst doch nicht ohne ihre Genehmigung die Wohnung auf den Kopf stellen.

Du kannst auch ein Tischchen oder einen Hocker verwenden und deine Katze dorthin locken.

Leg das Lieblings-Spielzeug deiner Katze bereit.

Du kannst auch Dinge verwenden, die für die Katze neu sind, wie Schachteln. Auch zerknülltes Papier und Federn werden für dein Foto-Modell interessant sein.

Für Baby-Kätzchen kannst du auch mal das Brot-Körbchen zum Katzen-Körbchen umfunktionieren.

Draußen kann ein Blatt, ein Ast oder ein Käfer das Interesse deiner Katze wecken. Vielleicht klettert deine Katze gerne auf Bäume.
Wohnungs-Katzen kannst du einen Ast oder Blätter von draußen mitbringen. Kastanien sind sehr tolle Spielzeuge.

Auch hier kannst du dich kreativ austoben. Du findest sicher noch mehr Sachen, die sich gut auf einem Foto und deine Katze neugierig machen. Warte einfach ab, wie deine Katze auf die neuen Sachen oder die veränderte Umgebung reagiert und halte die Kamera bereit.

Das Setting kurz zusammengefasst:

  1. Fotografiere die Katze in ihrer gewohnten Umgebung!
  2. Verwende ausreichend Licht! Am besten natürliches Licht oder warmweiße Lichtquellen!
  3. Verwende einen ruhigen und neutralen Hintergrund ohne störende und ablenkende Gegenstände!
  4. Achte auf den Kontrast zwischen Katze und Hintergrund!
  5. Achte auf den Vordergrund!
  6. Gestalte einen Rahmen für dein Foto-Modell!
  7. Verwende Requisiten, die du zu Hause hast!

Nächste Woche kümmern wir uns um den Bildaufbau.

Welche Hintergründe und Rahmen fallen dir für deine Fotos ein? Mit welchen Props unterhältst du deine Katze? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

Mehr Cat Content von mir findest du auf meinem Instagram-Account The bold berry tales!

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