Fotografieren im Winter: Fotoideen und Tipps

Der Winter gehört nicht zu meinen liebsten Jahreszeiten. Genau genommen liebe ich alle anderen Jahreszeiten und mag den Winter so gar nicht. Ich mag die Kälte nicht, ich fahre nicht gerne bei Schnee mit dem Auto und ich mag es nicht, dass es so zeitig dunkel und so spät hell wird. Als ich mit dem Fotografieren begonnen habe, habe ich aber bemerkt, dass auch der Winter seine schönen Seiten hat. Frisch gefallener Schnee hat einen ganz besonderen Zauber. Leider verfliegt dieser in der Stadt sehr schnell. Auch Eis, Frost und Raureif haben auf Fotos ihren Reiz. Der Winter hält viele schöne Fotomotive für uns bereit. Ich gebe dir jetzt ein paar Tipps zum Fotografieren im Winter und verrate dir die schönsten Fotomotive.

Allgemeine Fototipps für den Winter

1. Nutze das vorhandene Licht!

Im Winter haben wir weniger Tageszeit zum Fotografieren. Es gibt nur einige Stunden, in denen du draußen tolle Fotos machen kannst. Die tiefstehende Sonne im Winter macht es jedoch möglich, auch um die Mittagszeit gute Bilder zu machen.
Ich finde die Zeit zwischen 15 und 17 Uhr besonders schön zum Fotografieren. Im Winter schaffe auch ich es, zur goldenen Stunde zu fotografieren.

Nutze die goldene Stunde zum Fotografieren!

Auch im Winter ist das Licht um diese Zeit am schönsten. Die Zeit kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang bietet weiches, warmes Licht und eine einzigartige Stimmung. Apps wie Sun Surveyor Lite zeigen dir, wann genau die goldene Stunde ist.

Nutze auch die blaue Stunde!

Die blaue Stunde ist die Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Auch hier können dir Apps wie Sun Surveyor Lite die genaue Zeit anzeigen.

Fotografiere Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge!

Im Winter musst du kein Frühaufsteher sein, um den Sonnenaufgang einzufangen, und auch auf den Sonnenuntergang musst du nicht ewig lange warten. Deshalb solltest du die Gelegenheit in den Wintermonaten nutzen.

2. Wechsle Objektive nicht draußen!

Wenn es sehr kalt ist, wechsle das Objektiv lieber drinnen, um Kondenswasser zu vermeiden. Dieses kann nicht nur die Qualität deiner Bilder beeinträchtigen, sondern auch unschöne Flecken auf dem Objektiv hinterlassen.

3. Achte auf deine Kamera!

Vermeide schnelle Temperaturwechsel, indem du die Kamera langsam an neue Umgebungen gewöhnst. Das schont nicht nur die Optik, sondern auch die Elektronik.

Gib deiner Kamera und deinen Objektiven Zeit, sich an die Temperatur anzupassen, bevor du bei eisiger Kälte draußen fotografierst. Gönne ihnen auch eine Pause, wenn du sie danach wieder ins Warme bringst. Deshalb ist es besser, einige Zeit zu warten, bevor du dir deine Fotos auf der Kamera anschaust.

Große Temperaturschwankungen von kalt zu warm oder umgekehrt sollten vermieden werden, um vorzubeugen, dass sich Kondenswasser bildet und deine Ausrüstung beschädigt wird.

4. Verwende Silicagel-Beutel!

Mach deine Kameratasche winterfest, indem du ein paar Silicagel-Päckchen hineinlegst. Diese kleinen Helfer saugen die Feuchtigkeit auf und verringern so die Gefahr von Kondenswasser im Inneren der Tasche. So schützt du deine Ausrüstung vor unerwünschter Feuchtigkeit, die beim Fotografieren im Winter entstehen kann.

5. Akkus

Denke daran, zusätzliche Akkus mitzunehmen, da sich Batterien bei kaltem Wetter schneller entladen. Kälte kann die Lebensdauer der Akkus beeinträchtigen.

Halte Ersatzakkus nah am Körper, um sie warm zu halten. Lade alle Akkus vor deiner Fototour vollständig auf, damit du genügend Energie für deine winterlichen Entdeckungen hast.

6. Lass deine Kamera nicht in der Kälte liegen!

Schütze deine Kamera vor extremen Temperaturen. Vermeide es, sie im unbeheizten Auto liegen zu lassen, um mögliche Schäden zu verhindern. Deine Kamera wird es dir danken, wenn du sie vor eisigen Temperaturen schützt.

7. Wetterfest verpackt

Verwende eine wetterfeste Kameratasche oder einen Kamerarucksack, um deine Ausrüstung vor Schnee und Feuchtigkeit zu schützen.

8. Regenschutz für die Kamera

Zusätzlicher Schutz vor Nässe und Schnee ist Gold wert. Ein einfacher und kostengünstiger Trick ist die Verwendung von Duschhauben oder Plastiktsackerln als improvisierter Regenschutz. So bleibt die Kamera auch bei winterlichem Wetter trocken und einsatzbereit.

9. Gut geputzt

Nimm immer Mikrofasertücher mit, um Objektiv und Kamera sauber zu halten. Wenn es schneit oder nieselt, kannst du mit einem Mikrofasertuch unerwünschte Flecken im Nu entfernen.

10. Warme Hände

Damit deine Hände warm bleiben und du trotzdem gut arbeiten kannst, wähle Handschuhe mit abnehmbaren Fingerspitzen. So behältst du die Kontrolle über deine Kamera und bleibst einigermaßen warm. Ich habe Handschuhe von Rollei.

11. Warme Kleidung und Schuhe

Bei Schnee und Nässe ist es wichtig, die richtige Kleidung zu tragen. Achte besonders auf wetterfeste Kleidung und Schuhe, damit du bei jedem Wetter trocken und warm bleibst. So kannst du dich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren und wirst nicht abgelenkt.

Äste in der untergehenden Sonne
Auch dieses Foto habe ich während der goldenen Stunde aufgenommen.

Fotomotive im Winter

1. Schneelandschaften

Verschneite Landschaften wirken märchenhaft und bieten großartige Fotomotive. Der wahre Zauber entfaltet sich, wenn der Schnee frisch gefallen ist und die Welt in eine glitzernde Decke gehüllt ist. Sobald viele Menschen ihre Spuren im Schnee hinterlassen haben und der Schnee zu Matsch wird, verfliegt der Zauber. Um die unberührte Schönheit einzufangen, lohnt es sich, gleich nach dem Schneefall nach draußen zu gehen. So kannst du die Stille und Frische der verschneiten Landschaft einfangen, bevor sie durch die Spuren von Menschen zerstört wird.

Fototipps

  • Gehe in der goldenen Stunde oder beim Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang nach draußen.
  • Verwende einen Pol-Filter, um die Farben besser hervorzuheben.
  • Benutze ein Weitwinkel-Objektiv, um die Weite der Landschaft einzufangen.
  • Passe den Weißabgleich an die winterliche Umgebung an, um natürliche Farben zu erhalten. Wenn die Einstellung falsch ist, wirkt Schnee auf Fotos oft bläulich oder grau. Das kannst du einfach vermeiden: Stelle den Weißabgleich manuell ein oder nutze das entsprechende Motivprogramm (Schnee).
  • Fotografiere im manuellen Modus! Das viele grelle Weiß verwirrt den Belichtungsmesser, und die Kamera belichtet im Automatikmodus oft viel zu dunkel. Daher ist es besser, die Kontrolle zu übernehmen und manuell zu belichten. Taste dich vorsichtig an die richtige Belichtung heran, indem du mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen machst. Die richtige Belichtung lässt den Schnee in seiner ganzen Pracht erstrahlen. Achte darauf, dass du beim Hineinzoomen in den hellen Bereichen immer noch Details erkennen kannst und sie nicht „ausgefressen“ (überbelichtet) sind.
  • Fotografiere im RAW-Format! Nutze die Vorteile des RAW-Formats und behalte die volle Kontrolle über deine Aufnahmen! Dieses Format ermöglicht es dir, den Weißabgleich nachträglich in der Bildbearbeitung anzupassen, ohne dass du dich während der Aufnahme darum kümmern musst. Außerdem bietet dir das RAW-Format die Möglichkeit, die Belichtung bei der Bildbearbeitung zu optimieren und überbelichtete Bereiche gezielt abzudunkeln. So kannst du das Beste aus jeder Aufnahme herausholen. Mehr über die Vorteile des RAW-Formats erfährst du unter RAW oder JPEG: Was ist besser?

Fotoideen

  • Spiele mit den Kontrasten zwischen weißen Schnee und dunklen Baumkonturen, um faszinierende Winterlandschaften einzufangen.
  • Experimentiere mit Langzeitbelichtungen, um magische Schneeflockeneffekte oder Lichtspuren zu erzeugen.
  • Baue Fußspuren ein! Gib deinen Bildern eine persönliche Note, indem du Fußspuren von Menschen oder Tieren in die Schneelandschaft einbaust. Achte darauf, dass es nicht zu viele sind, da das sonst verwirrend und zu viel sein kann.
  • Nutze Wege oder Fußspuren als Führungslinien! Lenke den Blick des Betrachters geschickt, indem du Wege als Führungslinien einsetzt. Der Kontrast zwischen frischen Schnee und einem markanten Weg erzeugt nicht nur visuelles Interesse, sondern führt den Blick des Betrachters auch durch die Winterlandschaft.
  • Spiel mit Licht und Schatten! Nutze die Wintersonne für faszinierende Licht- und Schattenspiele. Die tief stehende Sonne wirft lange Schatten und taucht die verschneite Landschaft in ein magisches Licht. Experimentiere zu verschiedenen Tageszeiten, um die besten Effekte zu erzielen.
  • Experimentiere mit Perspektiven! Fotografiere zum Beispiel aus der Froschperspektive, um die Schneelandschaft majestätisch wirken zu lassen, oder erklimme einen Hügel, um einen beeindruckenden Effekt aus der Vogelperspektive zu erzielen.
  • Kontraste mit Architektur: Suche nach interessanten Architekturelementen, die im Kontrast zum weißen Schnee stehen. Historische Gebäude, Brücken oder modernes Design können faszinierende Akzente auf deinen Winterfotos setzen.
Schneelandschaft
Schneebedeckte Weinberge bei blauem Himmel und Sonnenschein:
So traumhaft lässt sich der Winter bei uns nicht so oft sehen.

2. Schnee überall

Schnee ist überall ein schönes Fotomotiv, nicht nur in der Landschaft. Entdecke die bezaubernden Details, die sich im Schnee verstecken. Diese Motive kannst du fotografieren, auch wenn das Wetter trüb ist und sich nicht so gut für Landschaftsaufnahmen eignet.

Halte dich auch hier an meine Tipps zum Fotografieren von Schneelandschaften. Achte auf den richtigen Weißabgleich oder fotografiere im manuellen Modus und im RAW-Format. Das ermöglicht es dir, Belichtung und Weißabgleich nachträglich bei der Bildbearbeitung anzupassen. So holst du das Beste aus deinen Fotos heraus.

Fotoideen

  • Verschneite Bäume und Sträucher, die letzten Blätter, verwelkte Blumen oder ähnliches eignen sich sehr gut als Fotomotive.
  • Achte auf einen ruhigen Hintergrund! Eine einfache Schneedecke oder sanfte Landschaftsstrukturen können deine Hauptmotive besonders gut hervorheben.
  • Nutze Lichter im Hintergrund für ein schönes Bokeh! Wenn keine Lichter vorhanden sind, kannst du auch eine Lichterkette verwenden. Mehr über das Bokeh erfährst du in Was ist das Bokeh? Und in Ein schönes Bokeh fotografieren: So geht’s.
  • Experimentiere mit verschiedenen Perspektiven!
  • Nutze den Kontrast zwischen dem strahlenden Weiß des Schnees und deinen Motiven für beeindruckende Aufnahmen.

3. Schneeflocken

Tauche ein in die faszinierende Welt der Schneeflocken und halte ihre zauberhaften Muster fest. Der Winter schenkt uns einzigartige Kunstwerke in Form von feinen Schneeflocken. Nutze dein Makro-Objektiv oder deine Nahlinse, um die filigranen Details einzufangen. Eine genaue Anleitung findest du auf dem Blog von Suitcase and Wanderlust: Schneeflocken fotografieren. So gelingt’s!

4. Eis, Frost und Raureif

Eis, Frost und Raureif haben einen besonderen Zauber. Um diese magischen Momente einzufangen, heißt es früh aufstehen und direkt hinaus in die Kälte. Die Morgenstunden bieten die besten Chancen für faszinierende Fotos, sei es in Form von Nahaufnahmen oder atemberaubenden Landschaftsaufnahmen.

Fotoideen

  • Suche nach kunstvollen Eiszapfen und einzigartigen Eisformationen, die die winterliche Kälte geformt hat.
  • Spiele mit natürlichem Licht, um die Transparenz des Eises einzufangen. Spiele mit den Strahlen der aufgehenden Sonne oder dem diffusen Licht eines bewölkten Morgens, um die frostige Pracht zu betonen.
  • Suche nach gefrorenen Teichen, Seen, Flüssen und Wasserfällen in deiner Umgebung.
  • Suche nach Teichen oder Seen, die nur teilweise zugefroren sind. Nutze die Spiegelungen im klaren Wasser für beeindruckende Fotos. Ein Pol-Filter kann dabei helfen, störende Reflexionen zu minimieren und die Spiegelungen zu optimieren.
  • Finde Blumen (auch verwelkte), Gräser, Blätter und Äste, auf denen sich Eis oder Raureif gebildet hat. Verwende ein Makro-Objektiv oder eine Nahlinse, um die filigranen Details einzufangen.
  • Achte auf einen ruhigen Hintergrund oder spiele mit einem schönen Bokeh, um deine winterlichen Motive in den Mittelpunkt zu rücken. Experimentiere mit verschiedenen Blickwinkeln, um den Hintergrund zu gestalten und die Aufmerksamkeit auf die zarten Eisstrukturen zu lenken.
  • Lass deiner Kreativität freien Lauf und experimentiere mit verschiedenen Perspektiven. Spiele mit Blickwinkeln, um die einzigartigen Formen und Texturen des Eises einzufangen.
Zweige mit Eis überzogen
Mit Eis überzogene Äste sind ein schönes Fotomotiv.

5. Gefrorene Seifenblasen

Der Winter bietet eine einzigartige Gelegenheit, gefrorene Seifenblasen zu fotografieren. Spiele mit verschiedenen Perspektiven, um die Schönheit dieser gefrorenen Kreationen einzufangen. Carina hat auf dem Blog von Suitcase and Wanderlust eine ausführliche Anleitung zusammengestellt, wie du gefrorene Seifenblasen fotografieren kannst. Hier erfährst du alles, was du wissen musst, um diese winterliche Kunst perfekt einzufangen: Gefrorene Seifenblasen fotografieren. So geht’s!

Ich habe selbst noch nicht versucht, gefrorene Seifenblasen zu fotografieren. In der Fotocommunity wird empfohlen, dass es ab -7 Grad oder kälter am besten funktioniert. So kalt ist es bei uns selten.

6. Fotografieren im Winter ohne Schnee

Auch wenn der Winter bei uns nicht immer mit einer Schneedecke aufwartet und die winterliche Stimmung ausbleibt, bieten sich dennoch zauberhafte Fotomöglichkeiten. Auch dann kannst du die Schönheit der Natur einfangen. Verwelkte Blumen, die letzten zarten Blätter an Sträuchern und Bäumen, Beeren und ähnliche Details sind reizvolle Fotomotive im Winter.

Fototipps

  • Achte auf schönes Licht! Nutze das zauberhafte Licht der goldenen Stunde, beim Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Auch ohne Schnee kannst du die sanften Strahlen dieser Momente nutzen, um die Natur in warmen Farbtönen festzuhalten.
  • Achte darauf, dass der Hintergrund deiner Fotos ruhig ist und wähle ihn bewusst aus, um die Hauptmotive in den Fokus zu rücken. Spiele mit einem schönen Bokeh, um eine harmonische Unschärfe zu erzeugen und deine Aufnahmen lebendig zu machen.
  • Setze Gegenlicht geschickt ein, um magische Silhouetten von Bäumen und anderen Pflanzen zu erzeugen. Konturen vor einem hellen Hintergrund verleihen deinen Fotos eine mystische Atmosphäre.
  • Experimentiere mit unterschiedlichen Perspektiven! Ungewöhnliche Blickwinkel können die Schönheit selbst alltäglicher Naturmotive hervorheben und deine Fotos einzigartig machen.
  • Halte Ausschau nach kräftigen Farben in der winterlichen Natur, sei es in Form von immergrünen Pflanzen, roten Beeren oder anderen auffälligen Elementen. Spiele mit Kontrasten, um die Lebendigkeit dieser Farben hervorzuheben.
  • Nach einem Regenschauer oder während des Tauwetters können Pfützen einzigartige Spiegelungen einfangen. Nutze diese Gelegenheit, um Spiegelungen von Bäumen, Blättern oder anderen Elementen einzufangen.
  • Fotografiere minimalistische Winterlandschaften, indem du dich auf leere Felder, kahle Bäume oder einfache Linien konzentrierst. Die schlichte Schönheit der Natur kann in solchen Aufnahmen besonders gut zur Geltung kommen.

7. Schwarz-Weiß-Fotografie

An trüben und grauen Tagen, wenn die Landschaft ihre lebendigen Farben zu verlieren scheint, gibt es eine faszinierende Möglichkeit: die Schwarz-Weiß-Fotografie. Damit kannst du dein fotografisches Auge schulen. Schwarz-Weiß-Bilder lenken die Aufmerksamkeit direkt auf das Motiv, ohne dass der Betrachter durch Farben abgelenkt wird. Das macht die Bilder lebendiger und betont Formen, Kontraste und Strukturen.

Du hast zwei Möglichkeiten:

  1. Du kannst deine RAW-Dateien in Schwarzweiß umwandeln. Fotos im RAW-Format kannst du in der Bildbearbeitung in Schwarzweiß umwandeln. Dazu brauchst du ein Bildbearbeitungsprogramm wie Affinity Photo oder Lightroom. Du kannst auch JPEGs in Schwarzweiß umwandeln. Dabei hast du aber viel weniger Möglichkeiten bei der Bildbearbeitung.
  2. Du kannst auch direkt in Schwarzweiß fotografieren. Schau in der Bedienungsanleitung deiner Kamera nach, wie du sie auf Schwarzweiß umstellen kannst. Bei Canon änderst du zum Beispiel den Bildstil im Menü von automatisch auf monochrom.
    Wenn du im RAW-Format arbeitest, sieht das Foto auf dem Display zwar Schwarzweiß aus, aber die RAW-Datei behält alle Farbinformationen. So kannst du später in der Bildbearbeitung zwischen Schwarzweiß und Farbe wählen. Im Gegensatz dazu sind JPEG-Fotos immer nur schwarz-weiß.

Fotoideen

  • Spiele mit Licht und Schatten, um dramatische Effekte zu erzielen und die Tiefe deiner Bilder zu verstärken. Was in der Farbfotografie oft als störend empfunden wird, ist in der Schwarz-Weiß-Fotografie ein Gestaltungselement. Nutze die starken Kontraste zwischen Licht und Schatten, um die Stimmung deiner Aufnahmen zu intensivieren.
  • Experimentiere bewusst mit Kontrasten und Texturen! Die Schwarz-Weiß-Fotografie bietet dir einzigartige Möglichkeiten, diese Gestaltungselemente hervorzuheben. Spiele mit der groben Struktur von Steinen, den feinen Details von Blättern oder dem klaren Kontrast zwischen Himmel und Architektur.
  • Achte auf einen klaren Bildaufbau, denn dieser ist bei Schwarz-Weiß-Fotografien entscheidend. Ein klarer Bildaufbau lenkt den Blick direkt auf das Wesentliche und verstärkt die Wirkung des Motivs. Überlege dir bewusst, wie du die Elemente in deinem Bild anordnen möchtest, um eine ausgewogene Komposition zu schaffen. Mehr über den Bildaufbau erzähle ich dir in Bildaufbau für Anfänger: Die wichtigsten Bildgestaltungsmittel für bessere Fotos.
  • Fotografiere unterschiedliche Motive – von weiten Landschaften über beeindruckende Architektur bis hin zu faszinierenden Details. Mit Schwarzweiß kannst du die Essenz jedes Motivs einfangen, ohne dass Farben ablenken. Experimentiere mit verschiedenen Genres und entdecke, wie vielseitig die Schwarz-Weiß-Fotografie sein kann.
Krokus in schwarz-weiß
Auch Frühblüher kannst du in Schwarzweiß in Szene setzen.

8. Nachtaufnahmen

Der Winter bietet Fotografen eine besondere Gelegenheit: Weil die Nächte länger sind und die Sonne früher untergeht, ist es einfacher, die Faszination der Dunkelheit einzufangen. Die Wintermonate bieten daher eine ideale Kulisse für beeindruckende Nachtaufnahmen.

Fotoideen

  • Nutze bereits die blaue Stunde für deine Aufnahmen. Diese Zeit kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang bietet ein sanftes, kühles Licht, das perfekt ist, um die Stimmung der Nacht einzufangen. Fotografiere in dieser Zeit für stimmungsvolle Bilder.
  • Fotografiere die faszinierende Skyline einer Stadt bei Nacht. Die beleuchteten Gebäude und Straßen schaffen eine magische Kulisse. Spiele mit den Belichtungseinstellungen, um Lichter und Schatten optimal hervorzuheben.
  • Mache Langzeitbelichtungen in der Stadt oder an stark befahrenen Straßen, um die Lichtspuren der vorbeifahrenden Fahrzeuge einzufangen. Ein Stativ ist dabei unbedingt notwendig, um Verwacklungen zu vermeiden. Experimentiere mit verschiedenen Belichtungszeiten, um kreative Effekte zu erzielen.
  • Integriere vorhandene Lichtquellen wie Laternen geschickt in deine Fotos. Warme Lichttöne können eine einladende Atmosphäre schaffen und zusätzliche Details zu deinen Nachtaufnahmen beitragen.
  • Fotografiere im RAW-Format, damit du deine Bilder später bearbeiten kannst.
  • Du kannst Lightpainting ausprobieren. Beim Lightpainting “malst” du mit einer Lichtquelle bei langer Belichtungszeit. Wie das genau funktioniert, erfährst du im Blogartikel Anleitung: Lightpainting – Fotomotive mit Licht malen. https://www.ifolor.at/inspirationen/malen-mit-licht-lightpainting-anleitung-tipps
  • Du kannst auch die Astrofotografie ausprobieren. Nutze klare Winternächte, um den funkelnden Sternenhimmel über einer verschneiten Landschaft einzufangen. Verwende eine längere Belichtungszeit und ein Stativ, um die Sternenpracht detailgetreu abzubilden. Dies kann besonders in abgelegenen Gegenden oder auf dem Land zu beeindruckenden Ergebnissen führen. Bei sterngucker.de findest du einen ausführlichen Artikel über Astrofotografie.

8. Tiere

Tiere kannst du das ganze Jahr über fotografieren. Beobachte und fotografiere Tiere in winterlicher Umgebung.

Achte beim Fotografieren von Tieren in Bewegung auf eine kurze Belichtungszeit, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.

Fotoideen

  • Lass dich von deinem eigenen Haustier inspirieren. Halte intime Momente fest, wenn sie durch den verschneiten Garten tollen oder gemütlich vor dem Kamin dösen.
  • Katzenliebhaber können nur Freigänger draußen fotografieren. In meinem Blogartikel Katzen fotografieren: Die ultimative Anleitung für deine Katzenfotos findest du viele hilfreiche Tipps, die auch für Hunde gelten.
Katze im Schnee
Eine Streunerkatze im verschneiten Garten
  • Nimm deinen Hund mit zu einem ausgewählten Fotoplatz und fange seine Freude beim Spielen und Toben im Schnee ein.
  • Vögel auf verschneiten Ästen, Eichhörnchen, die im Schnee herumtollen, oder Rehe, die durch eine winterliche Waldlandschaft streifen, sind faszinierende Motive. Um Wildtiere zu fotografieren, brauchst du allerdings viel Geduld. Erkundige dich, wo du in deiner Umgebung Wildtiere fotografieren kannst. Achte darauf, die Tiere nicht zu stören, und benutze ein Tele-Objektiv, um aus sicherer Entfernung zu fotografieren.
  • Besuche einen nahe gelegenen Park mit einem Teich, wo du das ganze Jahr über Wasservögel wie Enten und Schwäne fotografieren kannst. Parks wie der Floridsdorfer Wasserpark in Wien bieten viele Möglichkeiten für naturnahe Tierfotografie.
  • Auch Zoos und Tierparks wie der Tierpark Herberstein bieten das ganze Jahr über Fotomotive.
Wolf in der Tierwelt Herberstein
Ein Wolf im Tierpark Herberstein: Auch im Winter kannst du dort viele Tiere fotografieren. Nur wenige halten Winterschlaf.

9. Frühblüher

Ich liebe die zarten Knospen der Frühblüher, die sich ihren Weg durch den Schnee bahnen. Frühblüher kündigen den nahenden Frühling an und lassen die Vorfreude auf wärmere Tage spüren. Deshalb gehören sie wohl zu meinen liebsten Fotomotiven im Winter. Du findest die ersten schon ab Jänner im eigenen Garten oder in Parks und botanischen Gärten.

Fotoideen

  • Fotografiere Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge, Schneerosen und Leberblümchen. Ihre unterschiedlichen Formen und Farben ermöglichen viele Fotomöglichkeiten.
  • Setze die zarten Frühblüher als kontrastreiche Elemente in deinen winterlichen Fotos ein. Der Farbkontrast zwischen den Blüten und dem weißen Schnee verleiht deinen Bildern eine besondere Lebendigkeit.
  • Nutze ein Makro-Objektiv oder eine Nahlinse, um atemberaubende Detailaufnahmen der Frühblüher zu machen. Betone die feinen Strukturen und Farben der Blüten, die oft erst im Detail ihre ganze Pracht entfalten.
  • Fotografiere auf Augenhöhe! Das heißt, dass du dich auf die Ebene der Frühblüher begeben musst. Da kann’s schon mal sein, dass du fast am Boden liegst. Hier ist ein Klapp-Display von Vorteil.
  • Achte darauf, dass der Hintergrund deiner Fotos ruhig und nicht ablenkend ist. Ein verschneiter Garten oder ein leicht zugefrorener Teich können als zurückhaltende Kulisse dienen und die Frühblüher in den Mittelpunkt rücken.
  • Nutze das natürliche Licht, um die Blüten in verschiedenen Lichtsituationen zu fotografieren. Spiele mit Schatten und betone die Konturen.
  • Nutze vorhandene Lichtquellen im Hintergrund, um ein schönes Bokeh zu erzeugen. Das gibt deinen Frühblüher-Fotos eine märchenhafte Stimmung und hebt die Blüten auf zauberhafte Weise hervor. Ist keine Lichtquelle vorhanden, kannst du mit einer Lichterkette ein bisschen schummeln.
  • Probiere verschiedene Blickwinkel aus, um die Blumen aus unterschiedlichen Perspektiven festzuhalten. Eine Nahaufnahme oder ein schräger Blickwinkel können zu faszinierenden Ergebnissen führen.
  • Fotografiere die Frühblüher, wenn sie mit Regentropfen oder Morgentau bedeckt sind.
  • Fotografiere Frühblüher in verschiedenen Entwicklungsstadien, von der geschlossenen Knospe bis zur voll geöffneten Blüte. Dies zeigt den Prozess des Erwachens im Frühling.
Krokus im Februar
Krokus im Februar

10. Foto-Shooting mit deinen Liebsten

Plane einen Ausflug mit deiner Familie und halte die besonderen Momente des Winters fest. Sucht euch gemeinsam einen Ort für euren Ausflug aus, an dem du fotografieren kannst und auch die anderen Spaß haben.

Fotoideen

  • Fotografiere deine Familie in winterlicher Stimmung und nutze dabei das natürliche Licht.
  • Mache Einzelporträts von jedem Familienmitglied.
  • Mache Action-Fotos! Fotografiere deine Familie beim Eislaufen, beim Rodeln, bei einer Schneeballschlacht oder beim Schneemannbauen. Fotografiere mit kurzen Belichtungszeiten, um die Bewegungen einzufrieren, oder experimentiere mit längeren Belichtungszeiten, um Dynamik in deine Fotos zu bringen.
  • Wenn du einen Hund hast, nimm ihn mit auf deinen Ausflug. Fotografiere deine Lieben beim Spielen mit dem Hund. Fange die Freude ein, wenn euer Hund im Schnee herumtollt oder beim Schneemannbauen hilft.
  • Nutze ein Stativ und einen Fernauslöser, um sicherzugehen, dass du auf einigen der Erinnerungsfotos zu sehen bist. Platziere die Kamera so, dass sie natürliche Momente einfängt.

Der Winter bietet viele Fotomotive. Auch wenn kein Schnee liegt und das Wetter trüb und grau ist, findest du viele Motive. Geh raus und halte den Zauber des Winters fest! Viel Spaß beim Fotografieren! Was ist dein Lieblingsmotiv im Winter?

Du brauchst Tipps für das Fotografieren im Herbst? Dann lies meinen Blogartikel Fotografieren im Herbst: Fotoideen und Tipps!

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